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Stadt Sulzbach ehrt Ehrenbürger mit "Dr.-Karl-Ludwig-Jüngst-Gasse"

In seiner jüngsten Sitzung stimmte der Stadtrat der Benennung eines Weges in Neuweiler in „Dr.-Karl-Ludwig-Jüngst-Gasse“ zu. Damit ehrt die Stadt das Gedenken an ihren Ehrenbürger, der im vergangenen Jahr verstorben ist. Die Gasse, die Teil der Martin-Luther-Straße ist, führt am früheren Hausanwesen des Sulzbacher Ehrenbürgers in der Martin-Luther-Straße 57 vorbei.

Die Sulzbacher Salzgeschichte ist untrennbar mit Dr. Karl Ludwig Jüngst verbunden. Dr. Karl Ludwig jüngst erlangte im Jahr 2014 aufgrund seiner großen Verdienste für die Stadt die Ehrenbürgerschaft. Jüngst gestaltete die Geschichte unserer Stadt maßgeblich mit, indem er sie akribisch erforschte, dokumentierte und aufschrieb. Sein Leben lang beschäftigte er sich mit der Sulzbacher Heimatgeschichte und veröffentlichte vier Ortsfamilienbücher über Sulzbach, Hühnerfeld, Neuweiler und Altenwald.

In seinen zahlreichen Veröffentlichungen bereitet er landesgeschichtliche Themen publikumsgerecht auf. Seine Bücher, seine Aufsätze, seine Vorträge sind bleibende Zeugnisse eines reichen Lebenswerks, für das er zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Mit ihnen hat er für uns alle einen Schatz der Zukunft geschaffen, der bleibt. Er schrieb nicht, um zu glänzen, sondern um zu bewahren. Um weiterzugeben. Um die Geschichte sichtbar und verständlich zu machen. Seine Schriften sind allesamt Werke und Leistungen, die zur Identitätsstiftung für die Einwohner Sulzbachs beigetragen haben.

Seine Forschungen waren geprägt von Gründlichkeit und viel Liebe zum Detail. Aus jeder Zeile seiner Veröffentlichungen zur Heimatkunde sprechen Begeisterung für Geschichte und der Wunsch, diese möglichst vielen Menschen nahezubringen. Das Buch von Dr. Karl Ludwig Jüngst zur Salzgewinnung im Sulzbachtal stellt die Grundlage aller didaktischen und touristischen Aufbereitungen der Sulzbacher Salzgeschichte dar. Von seinem unablässigen Engagement für die Heimatgeschichte – speziell für Sulzbach – profitiert die Stadt bis heute.

1992 erhielt Dr. Jüngst mit dem Thema der Salzgewinnung im Sulzbachtal den 1. Preis für Fachhistoriker beim Wettbewerb für Landesgeschichte. Im Jahr 1993 wurden Dr. Jüngst und seine Frau mit dem Kulturpreis des Stadtverbandes Saarbrücken auf dem Gebiet der Heimatpflege und Heimatforschung geehrt. Drei Jahre später wurde ihm durch Großherzog Jean de Luxembourg für die jahrzehntelange Lehrtätigkeit am Centre universitaire de Luxembourg der „Ordre pour le mérite“ im Range eines „officier“ verliehen.

Die große Zahl an Ehrungen, sein Engagement in Ehrenämtern, sowie seine zahlreichen Veröffentlichungen über das Sulzbachtal spiegelten naturgemäß Dr. Karl Ludwig Jüngst‘s herausragendes Engagement für das Gemeinwesen. Ein Teil der breiten Palette von Veröffentlichungen, Chroniken und Sozialgeschichten mit seinem geschätzten Wortstil findet sich auch in der Sulzbacher Stadtbibliothek – auch die Publikationen über Sulzbach. Darüber hinaus setzte er sich für den Erhalt des Salzbrunnenensembles ein und war einer der Initiatoren für die Sanierung dieses für Sulzbach bedeutenden Gebäudekomplexes.

Dr. Karl Ludwig Jüngst wurde 1938 als Sohn des Steigers Heinrich Jüngst und seiner Ehefrau Emma geb. Russy in Neuweiler geboren und bewohnte bis zu seinem Tode das inzwischen denkmalgeschützte Haus seiner Vorfahren in Neuweiler. Dr. Karl Ludwig Jüngst verstarb am 2. April 2025 in seinem alten Haus, der ehemaligen Gastwirtschaft Russy – jenem Ort, der Lebensraum seiner Kindheit und Jugend war. In jenem Haus, in dem er vor fast 87 Jahren auch seinen ersten Atemzug getan hatte.

Mit der Benennung der Gasse hält die Stadt die Erinnerung an einen großen Sulzbacher aufrecht.