Andreas Cremer: Gelungene Korridorvernissage im Rathaus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit rund einem Jahr finden im Verwaltungskorridor des ersten Obergeschosses des Rathauses wechselnde Dauerausstellungen statt. „Unser Korridor bekommt durch den Wechsel der Ausstellungen immer ein neues Gesicht. Der Flur ist nicht nur Durchgang für die Mitarbeiter des Rathauses, er ist auch Warteraum für die Sprechstunde von Revierförster, der Betreuungsbehörde, dem Pflegestützpunkt oder dem Mieterbund. Durch die Konzeption der Korridorausstellung findet gewissermaßen kulturelles Warten statt“, formulierte es die erste Beigeordnete Mary-Rose Bramer in ihrer Begrüßung. Denn vergangene Woche startete die Korridorvernissagen-Saison 2020 mit Werken des Fotografen Andreas Cremer. Rund 40 Gäste waren zur Eröffnung gekommen. Moderatorin und Kulturamtsmitarbeiterin Stefanie Bungart-Wickert führte durch das Programm. Sie stellte in Ihrer Einführung den Künstler Andreas Cremer vor. Schon über 40 Jahre befasse er sich mit dem Fotografieren. Als Oberarzt im Ruhestand fände er seither mehr Zeit für seine künstlerische Ader. Außerdem ginge er mit dem Fahrrad auf Motivfang, weil man einfach schneller Absteigen und Fotografieren könne. „Es interessieren Cremer vor allem architektonische Fragmente, Blickwinkel gegen den Himmel. Weil die Bilder nur Ausschnitte zeigen, werden die Motive selbst oft zu ungegenständlichen, abstrakten Kunstwerken mit einem eigenen ästhetischen Leuchten“, so Bungart-Wickert. Die 14 ausgestellten Fotografien sind hauptsächlich auf AluDibond entwickelt, einige auf Acrylglas und ein Werk wurde auf Leinwand gezogen. „Je nach Motiv variiere ich auch den Objektträger“, kommentiert es Andreas Cremer selbst. Die minimalistischen Fotografien bestechen durch ihre edle Schlichtheit und das Rätsel um das Objekt, das fotografiert wurde, sich aber nicht gleich preisgibt, weil es ein Detail mit Eigenleben bleibt. In die cleane Ästhetik der Fotografien rankten sich die hohen Klänge einer Harfe, gespielt von Tamara Meschwelischwili. Die Berufsmusikerin sorgte für die musikalische Gestaltung der Vernissage. Sie verstand es, arabeske Klangformen um die Bilder zu führen, ohne der Sachlichkeit der Fotografien Raum zu nehmen.