Andacht der Religionen

Zur Andacht der Religionen hatte der Sulzbacher Arbeitskreis „Dialog der Religionen“ am vergangenen  Samstag-Nachmittag in den Festsaal der Aula eingeladen.  Und trotz schönstem Sommerwetter fanden sich mehr als 100 Besucherinnen und Besucher ein und lauschten interessiert den Ausführungen der verschiedenen Religionsgemeinschaft. Alle standen sie unter dem Motto „Friede sei mit dir.“ Heike Kneller-Luck, die von Seiten der Stadt in dem Arbeitskreis mitarbeitet, zeigte sich beeindruckt über die große Resonanz. Bürgermeister Michael Adam sprach von einer „besonderen Feierstunde“ und freute sich, dass es gelungen sei, mit dieser Andacht ein Format gefunden zu haben,  bei dem jeder mitmachen könne. Er wünschte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern erhellende Gedanken und  anregende Gespräche beim anschließenden Beisammensein.

Es ist zu hoffen, dass es einigen der Gäste  so ergangen ist, wie dem jungen Hindu CJ. „Ich habe bei dieser Andacht viele persönliche Erkenntnisse gewonnen, “  sagte der junge Mann mit einem  christlichen Vater, einer hinduistischen Mutter und einem muslimischen Schwager nach der knapp eineinhalbstündigen Andacht.  Mit dem Hindupriester Abinmanju vom Sri Maha Mariamman Tempel in Altenwald hatte CJ die Andacht eröffnet. Nach Sichtweise der Hindus gebe es ohne inneren Frieden auch keinen äußeren Frieden, so CJ.  Sahin Halici vom Türkisch-Islamischen Kulturverein DITIB Sulzbach erklärte: Die Menschen müssten für den Frieden arbeiten. Für Burhan Yagci, den Vorsitzenden der muslimischen Gemeinde Saarland, steht fest: „Solange es noch einen Menschen gibt, der Frieden will, gibt es Hoffnung auf eine friedlich Welt.“

Ulrich Hammer, Pfarrer der evangelischen  Kirchengemeinde Sulzbach, brachte die Gedanken seiner Kirche zum Frieden so auf den Punkt:  „Christen, die sich, verwurzelt in dem Glauben an die verwandelnde Kraft der Liebe Gottes, gemeinsam den Herausforderungen der Friedens- und Versöhnungsarbeit stellen, wissen, dass es keinen Weg zurück gibt zu Gewalt, Ungerechtigkeit und Unterdrückung, wenn sie in der Nachfolge Jesu leben wollen.“

Nach Worten von Pastor Michael Müller von der katholischen  Pfarreiengemeinschaft Sulzbach, hat die Vorstellung Jesu von Frieden einen ganz einfachen Anfang: „Dort wo Menschen  zusammen sind und die einfachen Dinge  des Lebens teilen, ist Frieden.“ Achim Eisel von der Neuapostolischen Kirche Sulzbachtal machte deutlich, dass die Grundlage für einen allumfassenden Frieden der innere Friede jedes Einzelnen sei. Er gestand aber: Diesen Frieden zu bewahren und zu behalten sei schwer. Und er machte dies am Schicksal einer Familie deutlich. Lieder des Chores Amore Laudis der evangelischen Kirchengemeinde  Sulzbach/Hühnerfeld unter der Leitung von Andrea Becker und begleitet am Klavier von Susanne Riefer sowie ein meditativer Beitrag des jungen Hindus CJ, er spielte dabei eine westliche Geige auf indische Art, sorgten für den wohlklingenden  Abschluss einer anregenden Andacht. Die besondere Stimmung war dann auch eine Etage tiefer beim „Markt der Möglichkeiten“ zu spüren. Im Foyer präsentierten sich die Religionsgemeinschaften und luden ein zu persönlichen Gesprächen.  Und bei kleinen kulinarischen Leckereien, zubereitet von türkischen Frauen,  nutzten viele diese Gelegenheit. Und währenddessen kümmerten sich die Mitarbeiterinnen der Gemeinwesenarbeit Sulzbach der Caritas liebevoll um die jüngsten Gäste.