Station 9a

 

Blutsbrüder III, Gemälde von T. Hermann, Dresden - mit freundlicher Genehmigung des Künstlers

„Die berühmtesten Gewehre des Wilden Westens“1

Im Karl-May-Museum Radebeul sind sie ausgestellt: Winnetous Silberbüchse, die Old Shatterhand nach dem Tod des berühmten Häuptlings aus dessen Grab entnommen haben will, um sie so vor Grabräubern zu schützen, sowie der 25-schüssige Henrystutzen und der auf 1800 m noch sicher treffende Bärentöter, mit denen sich Old Shatterhand/Kara Ben Nemsi so trefflich durch mancherlei Gefahren hindurchgekämpft hatte.

Doch mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr: Silberbüchse und Bärentöter ließ sich der Schriftsteller – zum Teil aus Bestandteilen anderer Waffen – erst Mitte der 90er Jahre des 19. Jh. fertigen, um so die Wahrhaftigkeit seiner Reisen vorzutäuschen; beide Gewehre sind Schuss untauglich. Bei dem ausgestellten Henrystutzen handelt es sich um ein Winchester-Repetiergewehr, Mod. 1866, das der Schriftsteller 1902 erwarb. Das Gewehr mit dem geheimnisvollen Kugelschloss, vom Verlag „Deutscher Hausschatz in Wort und Bild“ 1892 in einer Antwort auf eine Leseranfrage sogar mit Zeichnung beschrieben (s.u.), gab es nie.

Die Silberbüchse wurde im Auftrag von Mays Witwe Klara 1920 mit geändertem  Aussehen erneut in Auftrag gegeben. Mittlerweile existieren von den drei Gewehren etliche Duplikate, die insbesondere im Film und auf den Bühnen Verwendung finden.

 

1) Untertitel des Buches „Silberbüchse, Bärentöter, Henrystutzen.“ von Dr. Klaus Hoffmann u.a., Karl-May-Stiftung 1990