Station 36

Förster bei Karl May    -  eine kleine Auswahl


Im Werk Karl Mays sind viele Förster zu finden; einige von ihnen übernehmen sogar wichtige Rollen. Häufig werden sie als raubeinige, trotzdem gutmütige und stets hilfsbereite Menschen beschrieben. Aber auch der pflichtvergessene Förster ist zu finden.                                                           

Ob Karl Mays Faible  für diesen Berufsstand  in Erzählungen aus Kindertagen (seine Großmutter väterlicherseits war lange Zeit als Haushaltshilfe im Forsthaus Hainholz bei Hohenstein-Ernstthal beschäftigt und wusste dem kleinen Karl sicherlich viel aus dieser Zeit zu berichten) oder in eigenen – positiven wie negativen - Erfahrungen zu suchen ist, mag dahin gestellt sein: Bestimmt hat er, wie  bspw. der junge Eduard Hauser im „Buschgespenst“ die zwar strenge, aber letztlich doch verständnisvolle und helfende Hand des Försters verspürt, wenn er als Kind, aus der Not heraus, im Wald Kräuter sammelte, vielleicht auch Brennholz stahl. Sicher war ihm aber auch der die Polizeigewalt ausübende Förster kein Unbekannter in der Zeit, als er sich auf der Flucht vor der Obrigkeit im Wald verstecken musste.

 

Old Firehand, war in Deutschland Oberförster gewesen, musste die Heimat jedoch wegen Verwicklungen in die politischen Unruhen Mitte des  19. Jahrhunderts verlassen.
(GW 71 „Old Firehand“ u. GW 8 „Winnetou II“ u.a. In GW 36 „Der Schatz im Silbersee“ wird der Name des Westmanns mit Winter angegeben.)

Hobble-Frank, eigentlich Heliogabalus Morpheus Edeward Franke, bekannter Westmann,
Forstgehilfe aus Moritzburg.
(in GW 35 „Unter Geiern“, GW 36 „Der Schatz im Silbersee“, GW 37 „Der Ölprinz“, GW 38 „Halbblut“)

Von Rodenstein, kurfürstlich hessisch-darmstädter Oberförster in Rheinswalden, Cousin von Karl Sternau, der Hauptfigur des Kolportageromans „Waldröschen“. Rodenstein ist zwar ein stets polternder, im Grunde aber herzensguter Mensch.
(bearbeitet in GW 52 „Die Pyramide des Sonnengottes“, GW 54 „Trapper Geierschnabel“
u. GW 55 „Der sterbende Kaiser“)

Wunderlich, Förster, hilft dem Detektiv Arndt tatkräftig bei der Dingfestmachung einer üblen Schmugglerbande um die Waldkönige.
(abgeschlossene Episode aus „Der verlorenen Sohn“, bearbeitet zu finden in GW 64 „Das Buschgespenst“,
die Waldkönige werden hier als Buschgespenst bezeichnet)

Rothe, Förster aus Zeulenroda, stand im Dienste der durch Schurkenhand entehrten und in
alle Welt verstreuten Familie von Adlerhorst, wanderte schließlich nach Kalifornien aus.
(Kolportage-Roman „Deutsche Herzen, deutsche Helden“, bearbeitet zu finden in GW 62 „Im Tal des Todes“)

Wildach, Förster in Kapellendorf, brutaler, rücksichtsloser Mann. Seine Geliebte, die Kronenbäuerin, horcht ihn aus, um so ihr Unwesen als Wilderer „Samiel“ treiben zu können.
(„Der Weg zum Glück“, in GW 68 „Der Wurzelsepp“)

Haukaropora, letzter Spross der Inka,  reist mit seinem Freund Anton Engelhardt nach Deutschland, um an der Forstakademie in Tharandt zu studieren.
(GW 39 „Das Vermächtnis des Inka“)

Anm.: GW = Karl Mays Gesammelte Werke, Karl-May-Verlag Bamberg-Radebeul (Grüne Reihe)