Eingang Salzbrunnenensemble (P)

Auf der Schmelz, Parkplatz am Salzbrunnenensemble, 66280 Sulzbach

           

GPS: 49°17´54“ N, 7°03´41“ O (49°17.898´N, 7°03.675´O)

Wir stehen hier am wohl historischsten Platz in Sulzbach: Haben Bergbau und Glasmacherei, in geringerem Maße auch die Landwirtschaft das Gesicht Sulzbachs nach seinem Wiederaufbau ab 1728 maßgeblich geprägt, nachdem es 1635 im Dreißigjährigen Krieg total zerstört worden war, so gab es doch auch weitergehende Aktivitäten, die mit unserem momentanen Standort zu tun haben: Hier im sogenannten Salzherrenhaus, einem „kleine[n], zur Wohnung nicht übel dienliche[n] Haus“1 wohnte (nach Karl-Ludwig Jüngst) vermutlich der von Goethe anlässlich seines Besuchs in unserer Gegend 1770 als Kohlenphilosoph titulierte Herr Staudt, der oberhalb der Treppe „[s]eine zusammenhängende Ofenreihe, wo Steinkohlen abgeschwefelt und zum Gebrauch bei Eisenwerken tauglich gemacht werden sollten“1 unterhielt. Tatsächlich stand hier in der Nähe eine Eisenschmelze, in der es 1765 gelungen war, erstmalig auf europäischem Festland „mit Koks Eisen zu verhütten“2.

Hier an dieser Stelle wurde auch Salz gewonnen: Schon 1549 ist dieses Gewerbe nachgewiesen, bis es dann 1736 wegen Unrentabilität seine Pforten schloss. Der 2014 eingeweihte Nachbau der Saline erinnert an diese Zeit; im Salzbrunnenhaus befindet sich der – leider langsam zerfallende – ehemalige Salzbrunnen.

 

1) Goethe, Dichtung und Wahrheit, 10. Buch

2) Homepage der Stadt Sulzbach