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Ein Bienchen für jeden Sulzbacher

Es summt und brummt rund ums Rathaus, denn auf der Grünfläche hinter dem Verwaltungssitz haben etwa 15.000 Bienen einen neuen Standort bekommen – also fast so viele, wie Menschen in Sulzbach leben. Die Imker Stefan und Winfried Kalle aus Altenwald platzierten dort die erste Beute mit einem Bienenvolk. Schon kurz darauf schwärmten die Bienen aus, um das Terrain zu erkunden. Beute nennt der Imker die Behausung der Bienen. Magazinbeuten bestehen meist aus einem abnehmbarem Deckel, einem aufgebockten Boden und einzelnen Kästen, den sogenannten Zargen. In diesen hängen mehrere Rahmen, in denen die Honigbienen ihre Waben bauen. Dabei baut sie von unten nach oben, wobei im unteren Magazin die Brut sitzt.

„Zunächst fliegen die Bienen natürlich die Bäume rundherum an“, so der Imker Stefan Kalle. Die letzte große Ernte im Jahr erfolgt dann mit der Lindenblüte. Bienen sind faszinierende Insekten, die trotz ihrer kurzen Lebensdauer von wenigen Wochen eine wichtige Rolle in der Natur spielen. Sie bestäuben Pflanzen und tragen so zur Erhaltung der Artenvielfalt bei. Sie sind somit ein wichtiger Baustein im ökologischen Gleichgewicht. Darüber hinaus produzieren sie auch einen köstlichen und gesunden Stoff – Honig.

Die Produktion des Honigs beginnt mit dem Sammeln von Nektar aus Blüten. Die Bienen saugen den süßen Saft mit ihrem Rüssel auf und speichern ihn in ihrem Honigmagen. Auf dem Rückflug zum Bienenstock regurgitieren die Bienen den Nektar und übergeben ihn an andere Arbeiterbienen, die ihn weiterverarbeiten. Im Bienenstock wird der Nektar von den Bienen durch Kauen und Speichel vermischt und in Waben abgelegt. Durch das Schlagen mit den Flügeln erzeugen die Bienen Wärme, die dazu führt, dass der überschüssige Wasseranteil im Nektar verdunstet und der Honig eindickt.

Sobald der Honig reif ist, verschließen die Bienen die Waben mit einer dünnen Wachsschicht. Der Imker kann dann die Waben entnehmen und den Honig gewinnen. Dies geschieht durch das Entfernen der Wachsschicht und das Auspressen oder Schleudern des Honigs aus den Waben. Der gewonnene Honig wird anschließend gefiltert, um Verunreinigungen zu entfernen, und in Gläser oder andere Behälter abgefüllt. Je nachdem, welche Pflanzen die Bienen besucht haben, kann der Honig unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Farben haben.

Insgesamt ist die Produktion von Honig ein faszinierender Prozess, der sowohl von den Bienen als auch von den Imkern viel Engagement und Fachwissen erfordert. Der Genuss eines frischen Glases Honigs ist daher nicht nur ein kulinarisches Vergnügen, sondern auch eine Anerkennung für die harte Arbeit der fleißigen Bienen. Bereits im August wird der erste Rathaushonig geschleudert. Dabei werden mehrere Waben in einen Wabenkorb gesetzt und angetrieben. Durch die Zentrifugalkraft schleudert der Honig aus den Waben an die Innenwand der Trommel und wird abgeschöpft.

Im Winter halten die Winterbienen Einzug in die Beute hinter dem Rathaus. Diese haben gegenüber ihren Sommergenossen eine längere Lebensdauer.

31.05.2024