Flüssiges Gold: Sulzbacher Trinkwasser

Sein Weg von der Quelle zum Wasserhahn

 

Ende des 18. Jahrhunderts stand für den damaligen Gemeinderat Sulzbach fest: Eine Wasserversorgung mit Leitungssystem vom Brun­nen zum Bürger muss aufgebaut werden. Der Auftrag ging an einen Ingenieur und schnell war klar, dass der Sulzbach, der durch den Ort fließt, als Wasserquelle nicht geeignet war. Man entschied sich für die Wasservorkommen im Rentrischer Tal. Eine natürliche Quelle mit einem großen Wasserdargebot bildete den Grundstock für das Was­ser­werk der Stadtwerke Sulzbach, das praktisch um den Brunnen herum gebaut wurde. Durch den Sandstein im Boden ist dort geo­lo­gisch die erste Filter­anlage mit eingebaut. Bereits die Römer nutz­ten nach­weislich die Rentrischer Wasserquellen. Aus dem einen Haus­brunnen wurden in den 50er Jahren drei Brunnen. Sie lieferten auch für den gestiegenen Wasserbedarf ausreichende Mengen. Die beiden neuen Brunnen sind 130 und 150 Meter tief und bis heute aktiv.

Für die damalige Zeit eine ingenieurmäßige Meisterleistung war der Weg des Wassers. Zwei Hochbehälter, die man auf dem Gehlenberg errichtete, dienten als Wasserspreicher und sorgten mit einer Höhe von 360 Metern über dem Meeresspiegel auch für den notwendigen Druck. Anfangs wurde das Wasser noch mit einer Dampfmaschine dorthin hochgepumpt. Erst 1932 wurden diese durch Elektropumpen abgelöst. In den 80er Jahren zog die moderne Elektronik in die Steue­rung des Wasserwerks ein.  Aus der ursprünglichen Wasserstation im 18. Jahrhundert hatte sich ein modernes Wasserwerk entwickelt. Heu­te sorgen drei Filterstufen für die gute Wasserqualität, obwohl nur Eisen, Mangan anfällt, die sich sonst in den Rohren ablagern könn­ten. Auch Kohlensäure wird durch die Filter entfernt. Bei Spru­deln gewünscht, würde sie  die metallischen Rohrleitungen schädigen.  

Die Wasserqualität wird häufig und intensiv geprüft. Um den Druck in den Höhenlagen von Neuweiler zu erhöhen, wurde Ende der 60er Jahre ein Wasserturm gebaut. Der Turm fasst 500 Kubikmeter Wasser. Mit seiner Höhe von 35 Metern sorgt er für zusätzliche 3,5 bar Wasserdruck. Aus den gleichen Gründen wurde Anfang der 80er Jahre ein zweiter Wasserturm in Sulzbach gebaut. Dieser optimiert den Druck in den Höhenlagen von Hühnerfeld.