Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis 2017 geht an den Übersetzer und Autor Simon Werle

Der mit 10.000 Euro ausgestattete Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (Stiftung ME Saar), der Stadt Sulzbach und des Saarländischen Rundfunks ist 2017 an den Übersetzer und Autor Simon Werle gegangen. Die Jury bestand diesmal aus der Berliner Journalistin Susanne von Schenck, der Literaturbeauftragten der Direction Régionale des Affaires Culturelles (DRAC) der Region Grand Est in Metz, Colette Gravier, und Ralph Schock (Saarländischer Rundfunk).

Simon Werle wurde 1957 in Freisen (Saarland) geboren, er lebt seit 1977 in München. Dort und in Paris studierte er Romanistik und Philosophie. Er hat Romane, Erzählungen, Theaterstücke und kürzlich sein erstes Hörspiel geschrieben. Vor allem aber ist er als Übersetzer französischer Klassiker wie Corneille, Molière, Racine, Marivaux und Voltaire bekannt geworden. Er hat aber auch zeitgenössische Autoren wie Marguerite Duras, Michel Leiris, Alfred Jarry, François Maspero, Jules Renard und Victor Segalen übertragen. Er wurde für seine Übersetzungen 1988 mit dem Paul-Celan-Preis und 1992 mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis ausgezeichnet. 2003 erhielt er den Tukan-Preis der Stadt München für seinen Roman "Der Schnee der Jahre".

Bei der Preisverleihung im Funkhaus auf dem Halberg betonte Bürgermeister Michael Adam: "Mit dem Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis wird die Bedeutung des Lebenswerkes von Eugen Helmlé noch stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Es sind so besondere Menschen wie Eugen Helmlé, die eine Stadt wie Sulzbach nicht nur interessant, sondern auch weit über die Grenzen unseres Landes hinaus bekannt machen. Dem neuen Preisträger Simon Werle gratuliere ich ganz herzlich."

"Verstehen funktioniert wesentlich über Sprache", sagte der Intendant des Saarländischen Rundfunks, Professor Thomas Kleist. "Übersetzerinnen und Übersetzer vermitteln zwischen den Sprachen. Das macht sie für unsere Gesellschaft so wertvoll und bedeutsam. Denn sie bringen Geschichten und Gedankenwelten von einer Sprache in eine andere.“

Der Saarländische Rundfunk, so Kleist, beteilige sich seit vielen Jahren gerne und engagiert am Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis, weil dieser den grenzübergreifenden Charakter von öffentlich-rechtlichem Rundfunk an der Saar in geradezu idealtypischer Weise spiegele. Oswald Bubel, Vorstandsvorsitzender der Stiftung ME Saar, erklärte: „Die besondere Beziehung zu unseren französischen Nachbarn und die kulturelle Verflechtung mit Frankreich sind ein Alleinstellungsmerkmal des Saarlandes, das uns wichtig ist. Auch aus diesem Grund ist die Stiftung gerne bereit, den Preis seit dreizehn Jahren maßgeblich zu unterstützen."

Zu Eugen Helmlé

Eugen Helmlé wäre in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden. Er studierte Romanistik an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken, an der er auch von 1970 bis 1982 als Lehrbeauftragter für Spanisch tätig war. Ab 1960 erschien sein umfangreiches Werk von Übersetzungen belletristischer Werke, vorwiegend aus dem Französischen und Spanischen.

Helmlé, der Mitglied des Verbandes deutscher Schriftsteller und des PEN-Zentrums Deutschland war, erhielt 1972 den Kunstpreis des Saarlandes und 1985 den Prix Lémanique de la Traduction der Universität Lausanne. In Würdigung seines übersetzerischen Werks wurde vom Saarländischen Rundfunk und der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes 2004 der „Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis“ ins Leben gerufen, der seit 2005 jährlich abwechselnd an einen deutschen und einen französischen Übersetzer verliehen wird. 2010 kam die Stadt Sulzbach als dritter Partner hinzu.

2010 benannte die Stadt Sulzbach die repräsentative Außenfläche der Aula in Gedenken an den renommierten Literatur-Übersetzer in „Eugen-Helmlé-Forums".