Station 25

Bearbeitungen I

Es gibt wohl keinen Schriftsteller, dessen Werk in der Vergangenheit so intensiv bearbeitet wurde wie Karl May. 
Bei den „billigen“ Kolportageromanen (zusammenhanglose Episoden, oft erhebliche Brutalität bis zu angeblich unsittlichen Stellen) war das sicherlich angebracht. 
Dass dabei einige Episoden stark verändert, zum Teil auch neue geschaffen wurden, mag man bedauern. 
Doch die Erzählungen haben so überlebt. 
Aber auch die anderen Werke des Schriftstellers wurden bearbeitet. Insbesondere sein Alterswerk ist hier zu erwähnen: Seitenweise erschienen dort – im Prosatext! – fünffüßige Jamben, „sogar vermischt mit den schwierigen sechsfüßigen, oder präziser, Trimetern“*. 
Zur besseren Lesbarkeit wurden diese Texte in der Bearbeitung geglättet, die Jamben waren weitgehend verschwunden. 
Der Karl-May-Verlag hat viele dieser Bearbeitungen inzwischen wieder zurückgenommen.

*)Arno Schmidt, „Abu Kital/Vom neuen Großmystiker“   in „dya na sore, Gespräche in einer Bibliothek“