Eingang Bayrisch-Zell (P1) - Haupteingang

Schürer Weg, Parkplatz am Ende der Straße, 66280 Sulzbach-Schnappach

GPS: 49°18´17“ N, 7°05´28“ O (49°18.287´N, 7°05.459´ O)

Schnappach

kam erst nach der Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 zu Sulzbach, nachdem es zuvor zu St. Ingbert gehört hatte – und damit früher auch zum Königreich Bayern. Kirchenpolitisch ist dies heute noch festzustellen: Die Kuratie Schnappach ist Bestandteil des Bistums Speyer, wohingegen „Rest-“Sulzbach dem Bistum Trier angehört.

Schnappachs wirtschaftliche Vergangenheit wurde insbesondere durch seine geologische Lage am Übergang des Karbon und des Buntsandsteins, der sich von Süden her über das Karbon schiebt, bestimmt. So gab es hier etliche Kohlengruben, die jedoch Mitte des vorigen Jahrhunderts nach und nach stillgelegt wurden. 

Die weitläufigen Buchenwälder (Gewinnung von Pottasche) und der quarzreiche Sand boten aber noch einem weiteren Wirtschaftszweig die Grundlage: Seit Ende des 18. Jh. wurde hier Glas produziert, bis wegen Grubensenkungen Anfang des 20. Jh. die Glashütten auf standfesteres Gelände nach St. Ingbert ausgelagert wurden.

Historisch interessant ist noch ein dritter “Wirtschaftszweig“ Schnappachs: Im ehemaligen Königreich Bayern gehörte Bier zu den Grundnahrungsmitteln und war deshalb billiger und  auch alkoholreicher als in Preußen, was zur Folge hatte, dass die ebenfalls durstigen Berg- und Glashüttenarbeiter aus der Nachbargemeinde regelmäßig nach „Bayern“ kamen, um hier ihr Bier zu genießen: „… in jedem zweiten Haus, so erzählten ältere Einwohner, soll es um die Jahrhundertwende einen Ausschank gegeben haben, in denen die Preußen Stammgäste waren, …“1. Eine andere Quelle führt aus: „Nach Schilderungen eines alten Bergmanns gab es in Schnappach um die Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert) etwa 50 Häuser, ungefähr 15 davon beherbergten Wirtschaften.“2

1) Stadt Sulzbach/Saar, eine Stadt im Wandel der Zeit, Dieter Staerk/Karl Ludwig Jüngst (HG.)

2) https://de.wikipedia.org/wiki/Schnappach