Das Wandergebiet

Die hügelige Landschaft, durch die sich unser Wanderweg zieht, liegt im Bereich des saarländischen Saarkohlenwaldes, der sich von Neunkirchen über Saarbrücken bis ins nahe gelegene Frankreich erstreckt. Geologische Ausgangsbasis des Gebietes ist das Karbon. Durch tektonische Bewegungen der Erdkruste in grauer Vorzeit schräg gestellt unterlagen die einzelnen Bodenschichten dieser erdgeschichtlichen Epoche unterschiedlichen Abnutzungen: Härtere  Sedimente, im nördlichen Teil meist Konglomerate, wurden kaum oder nur wenig abgetragen und bilden heute die Höhenzüge, wohingegen die weicheren Tone, Schiefer und Sande ausgewaschen wurden - die Täler entstanden. Zwischen all diesen verschiedenen Bodenformationen befinden sich die Kohlenflöze, die vielfach an den Hangseiten bis zur Erdoberfläche anstehen.

Unter den Konglomeraten ist das Holzer Konglomerat geologisch besonders erwähnenswert, eine mächtige, im Aussehen an kiesreichen Beton erinnernde, aber natürlich entstandene Bodenform, welche die Saarbrücker Schichten der Kohlenlager von den Ottweiler Schichten trennt und im Raum Heusweiler-Holz zu Tage tritt.

Die insgesamt arme Untergrundkonstruktion der (heutigen) Höhenzüge war nicht geeignet, darauf eine erträgliche Landwirtschaft zu betreiben. Deshalb war dieses Gebiet immer schon weitestgehend bewaldet. Während der Feudalzeit war der Wald sogar für die Bevölkerung gesperrt: er war „verwarnt“, ein Wort, das man heute noch im Warndt, einem Waldgebiet im Südwesten des Saarlandes, wiederfindet. Wald diente damals nämlich in erster Linie den Jagdprivilegien der Landesherren. Dazu war er teilweise umzäunt, Torhäuser regelten den Zutritt – eine Tatsache, die sich auch heute noch bei zahllosen Ortsbezeichnungen wiederfindet: Im Bereich des Wandergebietes finden wir in Neuweiler Koppshaus, in Sulzbach Liebergallshaus, das Torhaus in Altenwald und andere.

Landwirtschaft war nur in den eng begrenzten Talräumen möglich – meist auch nur in bescheidenem Umfang. Stattdessen entwickelten sich aber schon früh (belegt ab Mitte des 15. Jh.) Kohlenabbau und in den Gebieten, in denen sich die Quarzsande des Buntsandsteins von Süden her über die Karbonschichten schoben, auch die Glasherstellung (etwa ab Anfang des 17. Jh.) zu blühenden Wirtschaftszweigen – die zur Gewinnung der zur Glasherstellung notwendigen Pottasche lieferte der (Buchen-)Wald.

Später kam die Eisenverhüttung als nennenswerte Erwerbsquelle hinzu.

Strecken-Info:

Der Karl-May-Weg führt fast ausschließlich durch Waldbestände, die von Laubbäumen, hier insbesondere der Buche (fagus silvatica) dominiert werden. Dem Erhalt des Buchenwaldes, auch für die Zukunft, sollte in Deutschland das besondere Augenmerk der Förster gelten: Die richtig Rot-Buche genannte Baumart tritt nur in den gemäßigten Zonen Mitteleuropas auf; nirgendwo auf der Welt kommt diese Art der Buchengewächse sonst noch natürlich vor. Deutschland liegt im Zentrum ihres natürlichen Verbreitungsgebietes und hat von daher eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Rot-Buche zu übernehmen.

 

 

 Rotbuchenwald (fagus silvatica) im Herbst

 

Strecken-Info:

Der dem Leben und Werk Karl Mays gewidmete rote Weg weist zwei erhebliche Steigungen auf, die für das Gesamtkonzept sogar eine wichtige Bedeutung haben: Der erste Anstieg zum „versteinerten Gebet“ steht stellvertretend für die soziale und geistige Aufwärtsentwicklung des Menschen Karl May – vom armen Webersohn zum gefeierten Schriftsteller.

Der zweite Anstieg soll seinen schriftstellerischen Aufstieg vom Schreiber einfacher  Erzählungen und Fortsetzungsromane über den  gefeierten „Reiseschriftsteller“ zum durchaus anerkennenswerten Lyriker darstellen.

Der an den roten Weg im Südwesten anschließende grüne Weg (Dudweiler Schleife) befasst sich mit verschiedenen Aspekten May´schen Wirkens, die durchaus Bezugspunkte in unserer Umgebung haben könnten.